Ich habe mir vorgenommen, den Wechsel der Jahreszeiten mal wieder ein wenig mehr wahrzunehmen. Man soll die Feste schließlich feiern, wie sie fallen. Um unsere Wohnung ein wenig osterlich zu dekorieren, habe ich eine kleine Ostergirlande gebastelt und sie an die Lampe über den Esstisch gehängt. Nächste Woche kommt noch das Eierfärben an die Reihe!
Die Girlande ist ganz einfach und schnell zu machen:
Ich habe mir über die Google Bildersuche jeweils einen schönen, einfachen Umriss eines Hasen und einer Ente gesucht – so ist der Hase nicht ganz allein. Aber man kann sich natürlich auch andere Motive aussuchen. Hauptsache, sie sind über den Umriss gut erkennbar.
Die Bilder habe ich mir in gewünschter Größe ausgedruckt (ca. 8 cm) und ausgeschnitten. Fertig sind die Schablonen.
Als Papier für die Girlande habe ich eine alte Zeitung verwendet. Unsere Stadtteilzeitung ist nicht ganz so dünn, wie eine normale – das hat gut geklappt. Aber es geht natürlich auch schönes Geschenkpapier, Fehldrucke aus dem Büro etc. Ich fand die kleinen Buchstaben als Muster recht schön.
Das Papier muss nun gefaltet werden, dass man die obere Kante der Schablone an dem Knick ansetzen kann. Das ausgeschnittene Motiv hat so eine Vorder- und Rückseite und hängt oben am Kopf oder den Hasenohren noch ein paar Millimeter zusammen. Darauf ist beim Ausschneiden zu achten. Dann kann man die Figuren besser an die Schnur kleben.
Als Schnur habe ich hellgrünes Häkelgarn verwendet, die Tierchen eingehängt und dann die Innenseiten mit einem Klebestift zusammengeklebt.
Mit einem schwarzen Stift kann man noch Augen und Barthaare dazu malen.
Weihnachten ist zwar schon vorbei, aber das macht nichts, denn diese Geschenkpapier-Idee passt auch sonst immer. Man benötigt kaum Material und es ist ganz individuell zu gestalten.
Ich habe die Geschenke mit braunem Packpapier von der Post eingepackt und dann mit einem Metallic-Marker Muster darauf gemalt. Wenn man den Stift einfach mal laufen lässt und malt, was einem gerade in den Sinn kommt, ist das eine sehr entspannende Abwechslung im Vorweihnachtsstress ;-)
Mit glänzendem Geschenkband und Klebstoff habe ich das Ganze noch weiter verziert und jeweils ein geprägtes Namesschildchen drauf geklebt. Die Stifte und das Geschenkband gibt es ja in allen möglichen Farben.
Kennt ihr noch diese alten Handprägegeäte? Irgendwie erinnern die mich immer an meine ersten Büro-Erfahrungen, damals, als ich für ein paar Mark bei meiner Mutter in der Firma die Ablage gemacht und Etiketten gestempelt hab.
Sogar in meiner Ausbildung – und die ist richtig lang her – hatten wir schon ein elektrisches Beschriftungsgerät. Aber ich finde diese manuellen Dinger einfach super und habe, seit es bei uns im Haus ist, schon meinen halben Hausrat mit kleinen Etiketten und Notizen versehen. Da hab ich wieder ein Spielzeug für mich gefunden… schlimm!
Heute möchte ich Euch einen Eintrag auf meinem Kochblog oh-range.com ans Herz legen. Denn die Honigküchlein fallen ja auch schon fast mit unter den Bereich Bastelei.
Man kann sie als kulinarische Geschenkanhänger verwenden und den Namen des Beschenkten mit Zuckerguss aufspritzen. Ganz Bunt oder in traditionellem Rot verziert machen sie sich wunderbar als natürliche Weihnachtsbaum-Deko. Und die verbreiten einen Duft, sage ich Euch!
Sie sind problemlos an einem trockenen Ort über lägere Zeit lagerbar. Meine sind schon 4 Jahre alt und immer noch schön!
Jetzt, wo der Boden noch nicht unter einer dicken weißen Decke versteckt ist, möchte ich Euch kurz was zeigen… Wer weiß, wie bald der Winter “reinschneit”!
Hier kommt eine kleine Idee, die sich perfekt mit einem gemütlichen Spaziergang im bunten Blätterwald verbinden lässt. Beim Schlendern an der Isar habe ich mir ein paar schöne, flache Steine gesucht und mit nach Hause genommen. Die besten Steine lassen sich meist in der Nähe von Gewässern finden.
Ich habe sie gründlich gewaschen, abgerubbelt und trocknen lassen. Ich wollte sie eigentlich bunt bemalen, aber dann ist mir was anderes eingefallen.
Mit Tafelfarbe habe ich mit einem weichen Pinsel einen ausgefüllten Kreis auf den Stein gemalt. Nach je einem Tag Trockenphase habe ich noch 3 weitere Schichten aufgetragen.
Um die Oberfläche noch glatter zu bekommen braucht man wahrscheinlich ein paar Schichten mehr, oder muss den Stein vorher abschleifen. Aber auch so kann man ihn nun wunderbar mit einem Stück Kreide mit kurzen Nachrichten verzieren und später wieder abwischen.
Zum Beispiel praktisch als kleine Gedächtnisstütze und Briefbeschwerer in einem! Oder als spontane Botschaft an den/die Liebsten (- oder auch als Hinweis, endlich die Spülmaschine auszuräumen ;>).
Und nun das Wort zum Samstag. – Immer wieder lustig, was man auf seinen Wegen entdeckt, wenn man die Augen offen hält:
Vor ein paar Tagen bin ich aus dem schönen warmen Singapur zurück nach Hause gekommen. Die Landebahn hat man erst gesehen, als wir schon fast mit den Rädern auf dem Boden aufgesetzt hatten, so neblig war es. Es war früh morgens, noch dunkel und hatte herbstlich-frostige 5 Grad. Da schüttelt es die Urlaubsknochen gewaltig.
Zuhause angekommen erstmal die Heizung aufdrehen und ein heißes Bad nehmen und dann das schönste: ins eigene Bett kriechen.
So toll das Reisen auch ist und so schnell ich auch immer wieder Fernweh bekomme, dieses Gefühl ist einfach durch nichts zu ersetzen.
Die Zeitumstellung ist durch – die Tage werden wieder kürzer und die Nächte länger. Die nächsten Monate bleibt viel Zeit, mit einer duftenden Tasse Tee auf dem Nachttisch dem Sommer entgegenträumen…
Bei so viel Träumerei schadet es nicht, ein wenig Unterstützung zu haben, schließlich sollen die Träume möglichst schön sein!
Da passt es gut, dass, wo man auch hin sieht, momentan Anleitungen für den Bau eines Traumfängers zu finden sind. Das ist gar nicht schwer, macht dazu richtig Spaß und man kann unzählige Varianten ausprobieren… mit Federn, mit Perlen, mit buntem Garn, mit einem groß- oder kleinmaschigen Netz.
Als Grundlage dient immer ein Ring. Dieser kann gekauft sein und z.B. aus Bambus bestehen (gibt es in jedem Bastelladen). Oder man geht los und versucht ein paar biegsame, Äste zu finden, die man zu einem Ring verbindet.
Oben begonnen wird dann Wolle, Garn oder ein dünnes Seil (je nach Größe des Traumfängers) eng um den Ring gewickelt – immer wieder zusammen schieben, dass die Schlaufen richtig fest sind. Wenn man wieder zum Anfang gekommen ist, dort verknoten und eine Aufhängevorrichtung machen.
Nun kann das Weben des Netzes beginnen. Als Anleitung habe ich dieses Video (auf Englisch) benutzt und das hat gut geklappt. Je schmaler man die Abstände der ersten “Maschen” macht, desto feiner und enger wird das Netz.
Wo man gerne möchte, kann man Perlen, Muscheln oder sonstige kleine Dinge mit hineinknoten oder hineinklemmen. Später kann man noch Fransen daran befestigen, an denen z.B. eine Feder hängt.
Ich habe eine grün-weiss marmorierte Wolle benutzt und einen Zitronenquarz-Stein in der Mitte eingeknotet.
Den imposantesten Traumfänger habe ich in meinem Urlaub gesehen – er war relativ schlicht, aber riesengroß mit vielen langen Fransen. Da wünschte ich, ich hätte hohe Decken und eine Dachschräge in meiner Wohnung… dann würde ich mir auch so einen bauen. Oder ihn vielleicht über den Durchgang zu meinem (imaginären) verwunschenen Gärtchen hängen?
Das Art Cafe in dem Künstlerstädtchen Ubud auf Bali ist auch sonst ein sehr angenehmer Ort, wo man sich mit gutem Essen und inspirierender Atmosphäre verwöhnen lassen kann. Falls Ihr dort mal seid, guckt auch in die Vitrine bei der Bar. Dort entdeckt man schnell noch mehr bunte, flausische, ausgefallene Traumgefährten. Das Cafe ist zu finden in der Monkey Forest Road.
Ich werde in meinem kulinarischen Tagebuch auf oh-range.com in den nächsten Wochen noch ausführlicher darüber berichten und auch ein paar Fotos zeigen.
Shibori ist eine beeindruckende Textilfärbekunst, die ihren Ursprung in Japan hat. Es beinhaltet eine große Reihe an Methoden, den Stoff vor dem Färben durch Falten, Abnähen, Verdrehen, Stauchen und/oder Abbinden vorzubereiten. Je nach Technik erzielt man dadurch die verschiedensten Musterungen, die oft an filigrane Naturmotive angelehnt sind. Traditionell wurde in erster Linie mit Indigo gefärbt, später haben dann aber auch synthetische Farben Einzug gehalten.
Ein paar einfache Techniken davon habe ich ausprobiert – mit den einfachsten Mitteln, die gerade vorhanden waren. Ich wollte mal sehen, was daraus wird.
Dieses Shirt zum Beispiel habe ich vor dem Färben wie eine Ziehharmonika gefaltet und dann verschnürt. Wenn man an die Außenseiten noch jeweils ein Brettchen zur Abdeckung klemmt, wird das Muster gleichmäßig und nur die herausstehenden Kanten gefärbt. Wenn nicht, werden die Außenseiten komplett mitgefärbt, wie bei mir. Wie es mit Abdeckung gemacht wird, könnt Ihr zum Beispiel auf dem Blog Honestly …WTF sehen – unter dem Punkt “3. Itajime shibori”.
Ich war sehr erstaunt, als ich die Fäden gelöst und den Stoff ausgewaschen habe. Ich habe Aliens erschaffen!! Seht Ihr sie?
Diese Baumwolltasche habe ich auf die selbe Weise gefärbt. Beide Male habe ich eine Batik-Farbe von Javana verwendet:
Bevor das nächste Shirt ins Farbbad durfte, habe ich von unten Kichererbsen hineingedrückt und diese mit einem dünnen Garn auf der Unterseite abgebunden. Kichererbsen werden Gott sei Dank nicht so schnell weich, so dass das bei 30 Minuten Färbezeit gut funktioniert hat. Diese Methode kann man aber auch in den unterschiedlichsten Anordnungen mit vielen anderen Hilfsmitteln ausprobieren, z.B. kleinen Steinen, Glasnuggets oder Murmeln, Knöpfen und Perlen.
Bei Burdastyle habe ich eine Seite gefunden, auf der verschiednee Abnähtechniken erläutert und bebildert wurden: burdastyle.com
Besonders gut gefällt mir Arashi Shibori. Arashi heißt Sturm! Auf dem Blog von Cynthia Reynolds und bei La Bricoleuse sieht man, was für einen Effekt das Zusammenschieben des Stoffes auf einem runden Träger oder Rohr ergibt.
In diesem Youtube-Video wird anschaulich gezeigt, wie die alte Färbekunst in Japan umgesetzt wird.
Auf dem Blog “Textile Ideen” habe ich noch was Tolles entdeckt, das ich bisher nicht kannte – das Shibori-Filzen!
Dafür werden Strukturen in einen filzfähigen Stoff oder ein Strickstück geformt, die nach dem Filzen erhalten bleiben. Das kann z.b. durch Abnähen oder Einbinden von Gegenständen geschehen. So kann aus einer gestrickten Fläche ein richtiges mehrdimensionales Kunstwerk werden!
Hier gibt es ausführliche Informationen dazu: “Textile Ideen” / jeromin-shop.com
Da ich noch mehr Hintergrundinformationen haben wollte, habe ich mir das Buch “Modernes Shibori” besorgt. Die Projekte, die dort vorgestellt werden, fallen zwar schon eher unter die Begriffe Experimentelles und Kunst, aber man kann trotzdem viel dabei lernen. Der erklärende Teil, der sämtliche Techniken, Materialien und Hilfsmittel vorstellt, ist ebenfalls sehr hilfreich.
Modernes Shibori
Traditionelle Färbetechniken mit neuen Materialien
20 Projekte zum Nacharbeiten mit vielen Tipps zum Experimentieren
Materialkunde und Einführung in die Shibori-Techniken
ISBN: 978-3-258-60011-6
Vor einiger Zeit kam ich auf dem Heimweg zufällig an dem Schaufenster einer Boutique vorbei. Die Augen einer Frau werden ja von sowas meist automatisch angezogen, ob man will oder nicht.
Mir ist auf Anhieb ein Tuch ins Auge gesprungen, von dem mir die Farbe wahnsinnig gut gefallen hat – eine Art Altrosa/Rosenholz mit schwarzen Punkten drauf. Das Schild unten drunter hat dann den kurzen Gedanken rein zu gehen wieder vertrieben – 70 EUR sollte dieser Hauch von nichts kosten. Sogar in ganz schwachen Momenten ist mir das für ein Tuch zu viel.
Da hatte ich eine Idee. Irgenwo müße es doch eine Stoff-Farbe in dieser Nuance geben. Bügelfixierbare schwarze Farbe für die Punkte hatte ich noch übrig, genauso wie ein weißes, großes Baumwolltuch (das mich irgendwann mal 2,85 EUR gekostet hat).
Ich wurde in der Palette der DEKA-L-Farben fündig und hab mir gleich eine 10-Gramm-Portion für 2,30 EUR bestellt.
Natürlich war ein einziges Tütchen vom Wert her viel zu gering – so hätten sich die Versandkosten nicht gelohnt. Deshalb habe ich mir noch einen Haufen anderes tolles Spielzeug in den Warenkorb gepackt – dazu ein ander Mal mehr.
Eine große Auswahl an Farben, Stoffen und allerlei Zubehör findet man übrigens zum Beispiel bei jeromin-shop.com oder bei Galerie Smend.
Als das Päckchen ankam, habe ich sofort einen Topf mit Wasser auf den Herd gestellt und ein buntes Süppchen gekocht. Da kann man gut sehen, aus wie vielen verschiedenen Farben Altrosa gemischt wird!
Nach Packungsanweisung habe ich den Stoff mit 1 TL Kochsalz für 30 Minuten eingelegt, dann ausgewaschen und zum Trocknen aufgehängt. Ich finde, die Farbe ist super geworden!
Fehlen nur noch die schwarzen Punkte. Dafür habe ich eine kleine Kartoffel halbiert, sie immer wieder mit schwarzer Stoffmalfarbe eingestrichen und Punkte auf das trockene Tuch gedruckt.
Mit einmal Farbe habe ich ca. 3 Punkte heraus bekommen. Ich finde es schön, dass die Drucke unterschiedlich intensiv sind. Es macht Sinn eine große Lage Zeitungspapier drunter zu legen, sonst hat man bald einen gepunkteten Tisch.
Als die schwarze Farbe trocken war, habe ich das Tuch auf Baumwolleinstellung intensiv gebügelt, um den Druck zu fixieren. Dabei muß man vorsichtig sein, den dünnen Stoff nicht zu verbrennen. Man könnte auch ein Küchentuch zum Schutz dazwischen legen. Und so sieht das Ergebnis aus:
Ein perfektes Tuch für die Übergangs-Jahreszeit, viel Spaß beim Farbe pantschen und das alles für unter 10 EUR :-)
Wo man bei uns gebatikte Kleidung in wilden Regenbogenfarben eher aus der Hippiezeit kennt, ist diese Art, Muster in den Stoff zu färben in vielen Kulturen tief verwurzelt.
Genau genommen umfasst der Begriff “Batik” nur die Wachsbatik. Diese ist zum Beispiel auf traditionellen indonesischen Stoffen oder auch indischen Saristoffen zu bestaunen. Bei uns denkt man dabei eher an das Färben vom abgebundenen Stoffen.
Mit der Abbinde-Technik möchte ich mich auch als erstes beschäftigen – sie ist nicht schwer und man braucht nur wenige Hilfsmittel. Für den Einstieg habe ich einfach wild darauf los geschnürt und geschaut, welche Muster und Farbverläufe heraus kommen.
1. Abbinde-Technik:
Beim Farbenkauf hat man die Qual der Wahl. Wichtig ist, darauf zu achten, welche Temperaturen das Stoffstück vertragen kann. Danach kann man ausswählen, ob man eine Kaltbatik- (Färbung bei 30°C) oder eine Heißbatikfarbe (50° C – 95°C) besorgt.
Zudem ist natürlich interessant, ob der Stoff überhaupt aus färbbaren Fasern besteht und die Farbe für den Stoff geeignet ist. Dazu die Farbpackung genau durchlesen. Baumwolle und Leinen eignen sich auf jeden Fall besonders gut.
Und man kann nur eine bestimmte Menge Stoff mit einer Packung Färbepulver färben. Wenn es mehr wird, als auf der Packung angegeben, sollte man ggf. mehr Farbe kaufen, oder das Endergebnis wird etwas blasser.
Bevor es in das Farbbad geht, sollte der Stoff oder das Kleidungsstück gut durchgewaschen werden, um Rückstände von Imprägniermitteln zu entfernen. Sonst könnte es sein, dass die Farbe nicht gleichmäßig aufgenommen wird.
Nun wird der Stoff mit Schnüren (z.B. Paketband) oder Haushaltsgummis abgebunden oder verknotet. Mit dem Einschnüren bestimmt man die Bereiche, die von der Farbe ausgespart werden und kreiert somit das spätere Muster. Je mehr kleinere Abbindungen gemacht werden, desto filigraner wird das Muster. Wenn man Knoten oder größere Abbindungen macht, hat man demnach größere ungefärbte Flächen.
Während man sich verkünstelt, kann man schon einmal das Farbbad aufsetzen. Ich benutze dafür immer einen großen Topf. Beim Erhitzen wieder auf die auf der Farbpackung angegebene Färbetemperatur und die Temperatur- beständigkeit der Textilie achten.
Dann kann es losgehen mit dem ersten Farbbad. Auf der Packung der Farbe steht, wie lange man den Stoff einweichen muss – meist zwischen 30 Minuten und 1 Stunde.
Nach der angegebenen Zeit den Stoff heraus nehmen und vorsichtig ausdrücken. Dann die Knoten, Gummis und Schnüre lösen und auswaschen, bis das Wasser klar bleibt.
Man beginnt in der Regel immer mit den hellen Farben und arbeitet sich von Färbegang zu Färbegang zu den dunklen Farben vor. So kann man zum Beispiel auch Farben mischen.
Wenn man eine zuvor gefärbte Farbe behalten will, muss man sie wieder gut einschnüren, um sie von der nächsten Färbung zu schützen. Dann kann es weiter gehen.
Und so sieht das Ganze dann nach dem zweiten Farbbad aus:
Jetzt wird es spannend… Knoten lösen, auswaschen und das Muster bewundern.
Im nassen Zustand sehen die Farben dunkler aus, als im trockenen. Um das Endergebnis zu sehen braucht man noch ein wenig Geduld und eine Wäscheleine.
Irgendwie haben mich Farbkombination und Muster spontan an ein chinesisches Tee-Ei erinnert. Zum Vergleich…
Man kann das mit dem Abbinden auch strategischer angehen. Dabei kann man sich z.B. bei der japanischen Textilfärbekunst etwas abschauen, dem “Shibori”. Das werde ich als nächstes ausprobieren…
Wie schon versprochen, habe ich noch mehr gelieselt. Und gelieselt und gelieselt. Meterlang! Aber es hat sich gelohnt:
Aus ein paar langen Strickkordeln und stabilem Draht läßt sich nämlich kinderleicht ein Schriftzug biegen, der eine kahle Wand oder eine Tür verschönern kann.
Und so geht’s:
Erst kommt die Arbeit: Die Strickliesl-Kordeln müssen jeweils so lang sein, dass man die gewünschten Wörter formen kann. Deshalb vor dem Abketten immer wieder ausprobieren, ob es schon reicht.
Wer nicht mehr weiss, wie das mit dem Stricken genau funktioniert, kann sich gerne mein Video zu Gemüte führen (hier ganz unten.)
Dann den Draht (mit Ø 0,08 versilbertem Kupferdraht ging es gut) durch das hohle Innere der fertigen Kordel ziehen. So abzwicken, dass vorne und hinten ein halber Zentimeter Draht aus der Kordel heraussteht. Dieses Drahtende mit einer Rundzange zu einer Schlaufe formen. Nun können die Buchstaben gebogen werden.
Nach Bedarf an strategisch wichtigen Verbindungspunkten ein paar mal mit Wolle umwickeln, so hält es besser.
Wenn man den Schriftzug an einer Türe befestigen möchte, eignet sich ein Metall-Kleiderbügel gut. Dazu den Haken um 90 Grad umbiegen und oben über die Türe hängen. Der Kleiderbügel kann auch nach Lust und Laune mit Lack farbig angemalt oder angesprüht werden.
Wenn man den Schriftzug als Wand- oder freischwebende Raumdeko verwenden möchte, sieht z.B. ein schönes Stück Bambusstab oder ein Ast toll aus.
Als Verbindung zwischen den Wörtern und Verbindung zwischen Schriftzug und Aufhängung gefallen mir Metallketten besonders gut. Solche habe ich auch verwendet. Man kann sie als Meterware im Bastel- oder Perlenladen kaufen und in der gewünschten Länge mit einer Zange abclipsen.
Natürlich gehen auch Stoff-, Lederbänder, Nylonschnüre oder Wolle, die man an den vorhin zurechtgebogenen Drahtschlaufen der Wörter mit einem Knoten befestigt.
Mit kleinen Metallringen oder zu Ringen gebogenem Draht lassen sich die Ketten gut am Kleiderbügel einhängen.
Wie viele Längsstränge man braucht, hängt in erster Line von den zu befestigenden Wörtern ab – wie lange sie sind und wie schwer. Es kann sein, dass die Mitte bei nur zwei Ketten ein wenig durchhängt, dann hängt man einfach noch eine Dritte rein.
Nachdem mein Last-Minute-Geschenkpapier letztes Jahr so gut funktioniert hatte, wollte ich auch zu diesem Weihnachtsfest nicht auf eine gekaufte Rolle zurückgreifen.
Das Motiv ist am Ende durch Zufall sehr floral geworden, so dass es sicher auch in den Frühling und Sommer passt!
Man braucht:
Linolfarbe, z.B. die restliche von den Geschenk-Anhängern (es gehen aber auch Wasser-, Abtön-, Acryl- oder Textilfarben)
Kartoffeln
Gummiwalze
Glasplatte oder Teller
Papier, z.B. Seidenpapier oder Japanpapier
evtl. Buntstife zum Verzieren
1. Papier auswählen
Seidenpapier, wie man es vom Verpacken von zerbrechlichen Genständen aus dem Kaufhaus kennt, würde sich ganz gut als Geschenkpapier eignen. Dass das Geschenk nicht durchscheint könnte man mehrere Lagen übereinander legen und nur die oberste bedrucken.
Natürlich kann man auch alte Zeitungen oder die weiße Seite von schon mal benutztem Geschenkpapier bedrucken, wenn man diese Papiere wiederverwerten möchte.
Ich habe Japanpapier hergenommen. Das gibt es auch in großen Formaten in Läden für Künstlerbedarf und es hat eine wunderschöne Struktur. Allerdings ist es recht teuer.
2. Stempel vorbereiten
Jeder kennt Kartoffeldruck sicher noch aus Kindertagen. Aus einer schönen Kartoffel wird mit Hilfe eines kleinen, scharfen Messers ein einfaches Motiv ausgeschnitten. Das Motiv kann freihand geschnitten, vorher aufgezeichnet oder mit einem Plätzchenausstecher “vorgestanzt” werden.
Ein Kartoffelstempel ist leicht zu basteln und auch sehr kostengünstig. Man kann damit – je nach verwendeter Farbe – auf sämtliche Materialien drucken, auch auf Stoff! Aber er ist nicht sonderlich langlebig. Wenn überhaupt, hält er in einen Plastikbeutel gewickelt maximal 1-2 Tage im Kühlschrank, dann fängt er an zu schrumpeln.
Ich konnte mich nicht recht für ein Motiv entscheiden und habe wild an meiner armen Kartoffel herumgeschnitzt. Irgendwann hatte ich nur noch Kartoffelsalat. Aber sogar mit dünnen Scheiben kann man noch drucken. Blütenblätter werden so z.B. sehr schön. Ein Glück für mich :-)
3. Farbe auftragen
Wenn alle Stempel und zu bedruckenden Papiere vorbereitet sind, kann man ein wenig Farbe auf einen Teller oder eine Glasplatte drücken und sie mit der Farbwalze zu einer gleichmäßigen dünnen Fläche ausrollen. Die Kartoffel dann in die Farbe eintunken und auf das Papier drücken.
Für kleine Geschenke habe ich das Papier schon vor dem Gestalten auf die richtige Größe zugeschnitten. Das Motiv kam dann jeweils auf die Vorderseite, wo ich es mit Buntstiften vervollständigt habe. Bei breiteren Flächen kann man mehrere Motive nebeneinander aufdrucken und bei einer länglichen Geschenkverpackung habe ich eine sehr langstielige Blume gestaltet (ein Teil davon ist im ersten Bild zu sehen).